Packlisten für meine Bikepacking-Tour

Manchmal ist vielleicht weniger mehr, oder doch nicht? Was kommt mit auf eine Bikepacking-Tour? Es bietet sich an bei den Packlisten für eine Bikepacking-Tour nach dem „Ausprobieren – Erfahrungen sammeln – Aus Fehlern lernen – Besser machen“ Prinzip zu verfahren. Einfach ausprobieren, nach der ersten Tour aus Fehlern zu lernen und die Packlisten entsprechend zu optimieren.

Bikepacking, mehr als nur von A nach B

Für mich ist Bikepacking mehr als nur eine Möglichkeit von einem Zielort zum nächsten zu gelangen, und es geht auch nicht darum, die geplanten Etappen in Rekordzeit zu absolvieren. Letztendlich geht es doch um die Reise selbst, die Natur, die Landschaften, die Menschen- und natürlich die Herausforderungen die auf einen warten.

Bikepacking hat auch etwas mit Minimalismus zu tun, denn die Leichtigkeit dieser Variante des Reisens ist ein essenzieller Bestandteil. Ein geringeres Gewicht erhöht die Leistungsfähigkeit und den Spaßfaktor.

Im Grunde beginnt beim Bikepacking der Urlaub oder die Erholung doch schon beim Tourstart und nicht erst am Zielort. Der Weg dorthin, die einzelnen Etappen sollten schon der Erholung dienen. Die Freiheit, die man beim Bikepacking fühlt, ist oft unvergleichlich, da man ganz im Moment lebt, die frische Luft einatmet und die Geräusche der Natur hört.

Meine Packlisten für meine Bikepacking-Tour

Vor einer Bikepacking-Tour zahlt es sich aus eine übersichtliche Packliste zu erstellen, eine mehrtägige Tour ohne durchdachte Packliste ist meist schon vor dem Start zum Scheitern verurteilt. Ich unterscheide zwischen einer Packliste für das Rad, der Bekleidung auf und neben dem Rad, den Technik und den Must-have & Sicherheitsutensilien. Folglich fünf Packlisten. Das mag dem ein- oder anderen etwas viel vorkommen, für mich hat sich dieses Prinzip bewährt. Wie ich was gepackt habe ist in einem anderen Post beschrieben.

Es versteht sich von selber, dass sich das Rad vor Tourstart in einem einwandfreien Zustand befindet und auch eine entsprechende Fahrradbeleuchtung und eine Klingel angebracht sind. Ein Schloss gehört auf einer Tour selbstverständlich ebenfalls mit dazu.

Mein Gravelbike mit folgenden Anbauteilen:


Wahoo ELEMNT AceWahoo RPM Speed Sensor
Wahoo RPM Trittfrequenzsensor
RAVEMEN FR300 LED TagfahrscheinwerferLichtSicher™ Smart-Rücklicht
Apidura Oberrohrtasche (1.0 L)2 x AGU Venture Snack Pack (1.0 L)
2 x Ortlieb Fork-Pack (5.8 L)Ortlieb Handlebar-Pack (9.0 L)
Ortlieb Accessory-Pack (3.5 L)Ortlieb Frame-Pack RC Toptube(3.0 L)
Ortlieb Seat-Pack QR (13.0 L)
3 x Tacx® Ciro-Flaschenhalter3 x Tacx® Trinkflaschen (1 x 750 ml, 2 x 500 ml)
1 x Vittoria Multiuse Zipp Case Tool für Flaschenhalter

Wenn das Rad genügend Aufnahmen bietet, um mehr als zwei Flaschenhalter anzubringen, sollte man diese Aufnahmen auch nutzen. Ich nutze in einem dritten Flaschenhalter unter dem Unterrohr ein VITTORIA Multiuse Zipp Case Tool, eine praktische Tasche im Flaschenformat für Multitool, Ersatzschlauch, Tire Lever etc. So habe ich im Fall einer Panne das wichtigste Werkzeug und die am häufigsten benötigten Teile schnell griffbereit.

Packliste für Kleidung/Ausrüstung für auf dem Rad:


Kurzarm-TrikotUnterhemd
Gepolsterte RadhoseHandschuhe
Helm (niemals ohne)Radbrille
BodyID-ArmbandCycling Cap
Bequeme, geländegängige Gravelbike-SchuheRadsocken
Wahoo TRACKR Herzfrequenzmesser

Einige Bikepacking-Enthusiasten kommen bei ihren mehrtägigen Touren mit lediglich einer Radhose und einem Trikot aus. Diese lassen sich zwar abends von Hand waschen, was schon aus hygienischen Gründen ratsam ist. Allerdings habe ich selten erlebt, dass ein Trikot oder eine Radhose einen Sturz unbeschadet übersteht. Da die Radhose mit zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen zählt, habe ich für den Fall eines Sturzes und mitunter defekter Kleidung zumindest immer eine zweite Radhose dabei.

Natürlich auch immer mit dabei:


Langarm-TrikotLeichte Regenjacke
Beinlinge / Knielinge (je nach Jahreszeit)Lange Handschuhe (immer dabei)
HandtuchTrikot und Hosenersatz
2 paar Radsocken1 paar Silikonüberschuhe (Velotoze o. ä.)

Auf Regenjacke, Langarmtrikot, Beinlinge / Knielinge (je nach Jahreszeit), lange Handschuhe und auch auf ein Handtuch habe ich immer schnellen Zugriff. Wer sich alleine auf den Weg macht, sollte ein BodyID-Armband nutzen und auch seine Partnerin/Partner, Familie oder Freunde über den ungefähren Ablauf der Tour informieren. Hier reicht eine kurze Auflistung mit den geplanten Etappen und den Übernachtungsorten wie Hotels oder Campingplätzen aus. Und auch das Radeln ohne Helm sollte selbstverständlich der Vergangenheit angehören.

Packliste für Bekleidung/Ausrüstung für neben dem Rad:


Leichte JackeT-Shirts / Polo-Shirt
Hose langHose kurz
UnterwäscheSocken/- Fußlinge (je nach Jahreszeit)
BadelatschenBadeshort
Leichtes Schuhwerk
Lesebrille (unentbehrlich)

Da ich am Abend mein Abendessen nicht in durchgeschwitzter Radkleidung zu mir nehmen möchte, packe ich natürlich auch Wetter gerechte, leichte Kleidung für die Zeit neben dem Rad ein. Natürlich gehören auch Hygieneartikel ins Gepäck. Falls es auf der Strecke eine Möglichkeit zum Baden gibt oder in der Unterkunft ein Pool oder eine Sauna vorhanden ist, möchte ich das Angebot vielleicht ebenfalls nutzen (Badelatschen und Badeshorts sind dabei immer dabei). Es ist außerdem wichtig, vor einer Tour die Wettervorhersage zu prüfen, da ich bei warmer Witterung andere Kleidung benötige als im Frühjahr oder Herbst.

Must-have Utensilien & Sicherheitsutensilien:


ABUS Faltschloss Bordo Lite 6055C2 x Hiplok Z Lok Combo
TOPEAK Mini PT30 Multifunktionswerkzeug (für kleinere Reparaturen)RIDENOW Tire Lever Reifenheber
Ersatzmantel (Faltreifen)2 x Ersatzschlauch (wer nicht auf Tubeless setzt)
Luftpumpe2 x Paar Bremsbeläge (auf alpinen Touren)
1 x CRANKBROTHERS Premium Bike Cleats2 x Knopfzelle CR2032
2 x KettenschlossKettenöl oder Kettenwachs (kleines Fläschchen)
Wonder Wipes Reinigungstücher1 x Ersatzschaltauge
Multitool KlappmesserBärenverteidiger & Bärenglocke
Erste-Hilfe-SetPower-Knicklichter „Notfallichter“ Tactical Light – Grün
MedikamenteWundspray (Antiseptische Wundreinigung)
NotfallpfeifeHanddesinfektionsmittel
HygieneartikelMückenspray
Sonnencreme LSF 50+Reisewaschmittel (kleine Tube)
Feuchtes Toilettenpapier (kleine Reisepackung)Reflektierende Warnweste
Einweghandschuhe für etwaige ReparaturenPanzertape (kleine Rolle)

Eigentlich sind Must-have-Items und Sicherheitsutensilien am besten, wenn man sie nicht braucht. Dennoch ist es wichtig, dass man Schläuche, Mantel, Werkzeug, Sicherheitsausrüstung, Erste-Hilfe-Set usw. nicht nur dabei hat, sondern auch weiß, wie man die einzelnen Utensilien auch verwendet. Dazu gehört, zu wissen, wie man einen Schlauch oder Mantel wechselt und Notfallausrüstung im Ernstfall einsetzt. Bei Touren im alpinen Gelände, durch Wälder oder auf abgelegenen Wegen sollte man außerdem einen Bärenabwehrspray oder eine Bärenglocke mitnehmen. Und an heißen, sonnigen Tagen ist es wichtig, großzügig Sonnencreme aufzutragen!

Technik Utensilien:

Natürlich möchte ich meine Tour in angenehmer Erinnerung behalten, Bilder- oder Videos machen. Dazu führe ich neben meinem Handy meist zusätzlich eine Actioncam und Drohne mit. Da alle Geräte, wie auch der Radcomputer und Beleuchtung in der Regel über Akkus verfügen, benötigen diese natürlich auch entsprechende Ladekabel.


iPhone 16 Pro MaxDJI Osmo Pocket 3
Hover Air X1 PRO MAX (Drohne)Anker Powerbank (20000mAh)
Ladegerät (100W, 4 x USB-C Port, GaN)Diverse Ladekabel

Natürlich gehört für Shimano Di2 Schaltungen auch das entsprechende Ladekabel mit ins Gepäck. Und für die SRAM AXS Enthusiasten natürlich auch das Ladegerät für den oder die Akkus. Die SRAM AXS Schalthebel haben zudem, genau wie Shimano Di2 Schalthebel integrierte Knopfzellen. Bei SRAM AXS Schaltungen werden Knopfzellen vom Typ (CR2032), bei Shimano Di2 Knopfzellen vom Typ (CR1632) benötigt. Bei längeren Touren empfehle ich immer entsprechenden Ersatz mitzuführen.

Vor der Tour lege ich alle Geräte, die ich beabsichtige mitzunehmen einmal zusammen, und schaue, ob die Ladekabel, die ich mitführe, auch die richtigen sind. Sollen mehrere Geräte über Nacht geladen werden müssen, ergibt es Sinn ein Schnellladegerät mit mehreren Ladeports zu nutzen. Für eine gewisse Ordnung bringe ich das, was nicht am Rad angebracht ist oder ich nicht am Körper trage, in einem kleinen platzsparenden SCICON-Cablecase unter. Sollten Knopfzellen benötigt werden (Brustgurt, Speedsensor, Trittfrequenzsensor), sollte hierfür ebenfalls Ersatz vorhanden sein.

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