Bahntransfer mit dem Rad

Ein Bahntransfer mit dem Rad, sprich die Fahrradmitnahme in der Bahn im Nah und Fernverkehr ist natürlich möglich. Allerdings gibt es je nach Verkehrsverband und Ländern unterschiedliche Regelungen und Sperrzeiten.

Bei der Planung von Bikepacking-Touren die einen Bahntransfer mit dem Rad beinhalten macht es Sinn sich frühzeitig mit den Planungen auseinanderzusetzen. Dies betrifft natürlich die Planung der Tour selber und der Buchung der entsprechenden Bahntickets. Da die meisten Bikepacking-Touren in der Regel in den stark frequentierten Reisemonaten geplant werden, sind auch die Züge entsprechend ausgelastet. Dazu kommt, dass natürlich auch immer ein Rad mit dabei ist und Stellplätze für Räder in den Bahnen nur in geringer Stückzahl vorhanden sind. Ob auf deiner Strecke eine Fahrradmitnahme im z.B. im ICE angeboten wird oder nicht, siehst du während des Buchungsprozesses auf der Webseite der Deutschen Bahn. Für meine Bikepacking-Tour habe ich die erforderlichen Bahntickets teilweise schon acht Monate vor Reisebeginn gebucht.

Bahntickets für die teilnehmenden Personen und natürlich auch Stellplätze für die Räder so früh wie möglich buchen. Ein Ticket mit Fahrradmitnahme zwei Wochen vor Reisebeginn zu buchen ist nahezu aussichtslos. Die Fahrradmitnahme in den Zügen der Deutschen Bahn erfordert eine Fahrradkarte und eine Stellplatzreservierung (ICE, IC, EC), im Nahverkehr (RE, RB, S-Bahn) ist eine Fahrradkarte ausreichend. Eine Reservierung im Nahverkehr ist nicht notwendig, aber eine Garantie einer Fahrradmitnahme gibt es hier leider nicht.

Andere Länder, andere Sitten

Für meine geplante Bikepackingtour zum Gardasee benötige ich gleich mehrere Tickets verschiedener Bahngesellschaften in unterschiedlichen Ländern. Hier zum einen Tickets der Deutschen Bahn (DB) um von Köln nach Bayern zu gelangen, Tickets der Trenitalia (Italienische Bahn) um innerhalb Italiens von Rovereto zurück zum Brenner zu reisen. Ab Innsbruck mit dem ÖBB Nightjet (Nachtzug der Österreichische Bundesbahn) nach Deventer in die Niederlande. In den Niederlanden benötige ich dann noch Tickets der Nederlandse Spoorwegen (NS) um von Deventer letztendlich nach Vlissingen zu gelangen, wo dann die letzte Etappe meiner Tour beginnt.

Tickets auch für das Rad buchen – die Niederlande bilden eine Ausnahme

Bei allen Bahngesellschaften ist es Grundvoraussetzung das neben der Anzahl der Reisenden, auch Tickets für das Rad gebucht werden. Die Stellplätze sind bei allen Zügen begrenzt. Eine Ausnahme bilden hier die Niederlande. Hier muss für den Tag neben dem eigentlichen Ticket der Reise ein sogenanntes Fahradtageskarte, eine „Fietskaart Dal“ gebucht werden. Die Fahrradtageskarte ist an allen Wochentagen außerhalb der Stoßzeiten gültig. In den Monaten Juli und August sowie an Feiertagen ist die Fahrradmitnahme den ganzen Tag erlaubt. 

Umsteigezeiten beim Bahntransfer einkalkulieren

Ein weiteres nicht unerhebliches Augenmerk sollte den Umsteigezeiten gewidmet werden. Eine Umsteigezeit, oder der Wechsel von einem auf das andere Gleis innerhalb von 10 Minuten oder weniger ist fast unmöglich. Besonders auf größeren Bahnhöfen mit größeren Menschenansammlungen ist es nicht leicht mit dem Rad vorwärts zu kommen. Lieber einen größeren Zeitraum zwischen dem aktuellen Zug und dem eventuellen Anschlusszug einkalkulieren.

Ich rechne für den reibungslosen Wechsel von einem auf den anderen Zug mit dem Rad eine Zeit von 30 Minuten ein. Das hat den Vorteil, das ich mich nicht abhetzen muss. In der Regel kenne ich mich auf dem aktuellen Bahnhof nicht wirklich aus, daher ist es sinnvoll einen etwas größeren Umsteigezeitraum zwischen den Zügen einzuplanen.

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