Bikepacking-Tour – Road to Italy 2025

Im August 2024 entdeckte ich auf einer Social-Media-Plattform einen faszinierenden Trailer über den Fernradweg „Via Claudia Augusta“. Der Clip beeindruckte mich so sehr, dass ich beschloss, ein Teilstück dieser Tour ebenfalls in Angriff zu nehmen.

Die Via Claudia Augusta ist ein bis zu 752 Kilometer langer Radweg, der weitgehend der historischen Römerstraße folgt. Der Radweg führt von Donauwörth in Bayern über die Alpen in der Padana-Variante nach Ostiglia am Po oder alternativ über die Altinate-Variante nach Quarto d’Altino bei Venedig.

Das Landschaftsbild entlang des Radwegs hält zweifellos viele schöne Erlebnisse bereit.

Zunächst nur eine Idee, danach den Plan in die Tat umgesetzt

Kurz nach dem Anstoß begann ich, meine erste Bikepacking-Tour zu planen – zunächst nur in Gedanken, später setzte ich mich dann intensiver mit der praktischen Planung auseinander.

Bin ich wirklich fit genug für die Tour? Früher bin ich viel Rennrad gefahren, aber das ist schon eine Weile her. In den letzten Jahren haben meine beruflichen und ehrenamtlichen Verpflichtungen so viel Zeit in Anspruch genommen, dass ich kaum noch Zeit für das Rennrad oder andere private Aktivitäten hatte. Wenn ich es doch einmal geschafft habe, auf’s Rad zu steigen, waren die Ausfahrten sehr begrenzt. Das hatte natürlich Auswirkungen auf meine Fitness, Kondition und allgemeine Gesundheit. Daher habe ich mich im März dieses Jahres entschieden, mein Leben umzustrukturieren, um wieder mehr Zeit für persönliche Dinge zu schaffen.

Ein Freund hat vor kurzem gesagt: „In unserem Alter bleiben jedem von uns vielleicht noch zehn gute Jahre. Zehn gute Jahre an dem wir noch das umsetzen können was vielleicht etwas mehr Kraft benötigt wie andere Aktivitäten“.

Die Suche nach einem geeigneten Zeitraum, gar nicht so einfach

Zunächst musste ich einen passenden Zeitraum festlegen. Nach Rücksprache mit meiner Frau stellte sich der August/September 2025 als ideal heraus – also etwa ein Jahr nach der Idee. Das Zusammenleben mit meiner Frau und unserem Hund erfordert einige Absprachen, da wir beide beruflich eingebunden sind. Zudem möchten wir unseren Hund keinesfalls vernachlässigen, denn er ist ein vollwertiges Familienmitglied. Eine Unterbringung in einer Hundepension käme für uns nur in einem echten Notfall in Frage. Urlaube oder mehrtägige Radtouren zählen für uns jedoch nicht zu Notfällen.

Möchte ich mich alleine auf den Weg machen und wie lange möchte ich unterwegs sein?

Ohne zu Beginn der Planungen nähere Details zu kennen war mir klar das ich die Tour alleine machen möchte, einfach um sich mal auf sich selbst zu konzentrieren, Stress abzubauen (davon hatte ich in den letzten Wochen wieder mehr als genug) und neue Energie zu tanken. Mich einfach mal wieder selber besser kennenzulernen. Auf Zelt, Isomatte, Schlafsack und Wasserkocher möchte ich auf meiner Bikepacking-Tour verzichten, stattdessen habe ich Hotels zwecks Übernachtung ausgesucht. Ich denke mit Ü50 schläft es sich hier besser, der Vorteil einer Dusche- und eventuell Sauna am Abend ist ja auch nicht von der Hand zu weisen.

Wer sich davor scheut, auch mal alleine loszuziehen, sperrt sich quasi selbst ein und verpasst oft das Beste! Man(n) muss halt Prioritäten setzen, das Leben könnte morgen schon vorbei sein.

Mit welchem Rad möchte ich die Reise antreten?

Ich bin zwar im Besitz eines E-Bikes (mit dem passenden Namen Alpenchallenge), aber die Tour mit einem E-Bike zu absolvieren war für mich zu keinem Zeitpunkt eine Option. Das Rennrad erschien zu einem frühen Zeitpunkt der Planungen als die beste Wahl für die Tour.

Wie sich aber dann herausgestellt hat wäre das Rennrad für eine mehrtägige Bikepacking-Tour in der Zuladung natürlich doch sehr beschränkt, zudem hat mir das Rennrad zu wenig Befestigungspunkte geboten, genügend Packtaschen anzubringen. Da einige Steigungen und Abfahrten über Schotterpisten und Teilstücke und unbefestigte Wege führen, sind breite und pannensichere Reifen sicherlich empfehlenswerter. Nach intensivem Austausch mit anderen Tourliebhabern in verschiedenen Foren, war dann aber auch schnell klar dass das Rennrad vielleicht nicht unbedingt die richtige Wahl ist. Aus diesem Grund habe ich dann letztendlich für die Tour (m)ein Gravelbike favorisiert.

Ein E-Bike mit einem Gewicht von 25 kg (oder mehr) zzgl. Gepäck für die Tour war für mich zu keinem Zeitpunkt eine Option. Probleme ergeben sich meiner Meinung nach dann, wenn diese Schwergewichte unterwegs Ihren Dienst versagen (was häufiger vorkommt als vielen bekannt ist) oder Reparaturen fällig werden, die sich dann meist nicht adhoc oder direkt vor Ort umsetzen lassen.

Wo startet die Reise und wo liegt das Ziel?

Eingeplant sind Zwischenstopps in Reutte (AUT), Zams (AUT), Nauders (AUT), Meran (ITA) und Trient (ITA). Mein Ziel ist Riva del Garda (ITA), wo ich zwei Tage pausieren möchte. Von Riva del Garda geht es dann nach Rovereto (ITA), und von hieraus mit dem Zug zum Brennerpass (ITA). Vom Brennerpass aus geht es weiter mit dem Rad auf der alten Brennerstraße hinunter nach Innsbruck (AUT). Von Innsbruck aus dann weiter mit dem ÖBB Nightjet nach Deventer (NL) und mit einem Anschlusszug nach Vlissingen (NL).

Prolog: Dormagen-Rheinfeld (GER) – Köln (GER)

Zugtransfer: Köln (GER) – SEEG (GER)

Etappe 1: Seeg (GER) – Reutte (AUT)

Etappe 2: Reutte (AUT) – Zams (AUT)

Etappe 3: Zams (AUT) – Nauders (AUT)

Etappe 4: Nauders (AUT) – Meran (ITA)

Etappe 5: Meran (ITA) Trient (ITA)

Etappe 6: Trient (ITA) – Riva del Garda (ITA) 

Etappe 7: Riva del Garda (ITA) – Rovereto (ITA) 

Zugtransfer: Rovereto(ITA) – Brenner (ITA)

Etappe 8: Brenner (ITA) – Innsbruck (AUT)

Zugtransfer: Innsbruck (AUT) – Vlissingen (NED)

Ausrollen: Vlissingen (NED) – Oostkapelle (NED)