Gravelbike-Setup – Road to Italy 2025

Mein aktuelles Gravelbike, ein Ridley Kanzo Adventure GRX800 Di2. Eine Anschaffung, die ich bis heute nicht bereut habe. Dennoch war mir relativ schnell klar das bei meinem Gravelbike-Setup einige Dinge geändert werden müssen, damit das Rad meine Anforderungen an eine mehrtägige Bickepacking-Tour über die Alpen erfüllt. In Summe waren die Änderungen aber überschaubar und schnell umzusetzen.

Wichtig für mich waren genügend Befestigungspunkte für Packtaschen und Flaschenhalter, da diese auf einer mehrtägigen Bikepacking-Tour unerlässlich sind. Bei den ersten Testfahrten war ich fast begeistert, allerdings gab es einige Punkte, die vor meiner ersten Tour geändert werden mussten.

Übersetzung mit fehlender Gangreserve

Das Rad war in allen Punkten sowohl von der Verarbeitung und der Ausstattung nahezu perfekt. Zweifel hatte ich aber von Beginn an bei der ausgelieferten Übersetzung bzw. mit einem 42er-Kettenblatt vorne und der 11-fach Kassette (11-42) hinten. Mir fehlte mit der verbauten kleinsten 42/42er-Übersetzung für eine Alpenüberquerung mit Fernpass, dem Rechenpass, dem Anstieg von Riva de Garda hinauf zum Lagi di Tenno und der Strade de Ponale (Verbindung von Riva del Garda mit dem Val di Ledro), mitunter vollgepackt, die Gangreserve. Um sicherzugehen habe ich mich für mein Gravelbike-Setup entschlossen auf eine 11-46er Kassette zu wechseln.

47 mm Bereifung ist mal ein Statement

Ridley hat auf dem Kanzo Adventure werksseitig die Vittoria Terreno Dry Gravel Lite TLR (47 × 622) montiert. Ein wuchtiger und mit 47 mm und 550 Gramm, breiter und schwerer Mantel. Dieser wird mit seinem Profil sicherlich im entsprechenden Terrain seine Bestimmung finden, als Gegner von zu großem Rollwiderstand konnte ich mich aber damit zu Beginn nicht wirklich anfreunden. Erst nach einigen Kilometern habe ich den Komfort gespürt, den die breiten Pneus bieten. Dennoch wollte ich einen Reifen ohne Mittelprofil.

Mit 47 mm Mantel / Reifenbreite hatte ich zu Beginn Probleme mich anzufreunden, der Komfort hat dann aber doch alle Zweifel über Bord geworfen.  

Da ich von Vittoria überzeugt bin, hieß es jetzt entsprechende Alternativen des Herstellers mit einem für mich akzeptablen Profil zu finden. Meine Wahl viel dann letztendlich auf den Vittoria Terreno Zero Gravel Endurance TLR 2.0 mit einer Breite von ebenfalls 47 mm, aber einem Semi-Slick Reifen mit 360-Grad-Pannensicherheit. Mit einem glatten Mittelprofil minimiert dieser den Rollwiderstand, ist aber gleichzeitig ebenso ausgelegt für harten, trockenen Untergrund, gut präparierten Schotter und Strecken, wo Straßen und Schotterabschnitte wechseln

Brooks Cambium C17 Sattel, Allzweckwaffe ohne Eingewöhnungszeit

Der original verbaute Sattel, ein Selle San Marco Shortfit 2.0 Sport, hat mir die größten Kopfschmerzen bereitet. Zum einen war mir der Sattel mit der Länge mit 255 mm her viel zu kurz, zum anderen halte ich persönlich nichts von einem Sattel mit Aussparung, um gewisse Bereiche zu entlasten. Bei vielen absolvierten Rennradkilometern in der Vergangenheit habe ich einen solchen Sattel nie benötigt. Eine Schließung der Aussparung oder des Prostatabereichs bietet, zumindest mir, auch einen besseren Schutz bei extremen Wetterbedingungen (Regen oder Schlamm). Was aber nicht heißen soll, dass Produkte der Firma Selle San Marco als schlecht zu bewerten sind.

„Wie man sich bettet, so liegt man“, lautet ein deutsches Sprichwort. Daher gilt es manche Entscheidungen gerade in Bezug auf den Sattel mitunter vor Fahrtantritt gut zu überdenken. Falschen Luftdruck kann man unterwegs korrigieren, einen Sattel tauschen eher nicht.

Ich hatte mich daher recht früh einen Sattel von Brooks und hier den Brooks Cambium C17 Sattel entschieden und montiert. Ein toller Sattel, der bei erstem Fahreindruck gleich, wie vom Hersteller angegeben, überzeugt hat. Der Brooks Cambium C17 ist zwar etwas härter ausgelegt, aber dafür hat die Radhose ja ein integriertes Polster. Eine längere Fahrt ohne Radpolster würde ich jetzt aber eher nicht empfehlen.

Lenkerband – jeder hat seine persönlichen Vorlieben

Das Lenkerband optimiert die Verbindung zwischen Bike und Fahrer. Ein gutes Lenkerband dämpft Unebenheiten weg und sorgt für guten Grip und sicheren Halt (auch bei Nässe). Optisch lässt sich mit den heutigen Lenkerbändern sicherlich auch der ein oder andere Akzent am Bike setzen.

Beim Thema Lenkerband, hat jede Fahrerin oder jeder Fahrer seine persönlichen Vorlieben. Ich persönlich bevorzuge Uni-Farben, so zweifarbig oder Camouflage sind eher nicht mein Ding.

Bei meinem Gravelbike war das 4ZA Cirrus E.2 HBR-tape / BLA gewickelt, vom Griffgefühl sicherlich nicht das schlechteste Lenkerband, aber auch ich habe halt wie jede andere Fahrerin oder Fahrer meine persönlichen Vorlieben.

Auf dem Rennrad habe ich die besten Erfahrungen mit Lenkerband von Lizard Skins gemacht, vom Gefühl her für mich bei allen Wetterlagen das beste Lenkerband. Auch von der Verarbeitung bzw. Wicklung einfach zu handeln, hier bevorzuge ich bei der Wicklung immer die „Italienische Acht“.

Aus diesem Grund habe ich mich bei meinem Gravelbike für das DSP BAR TAPE V2 von Lizard Skins entschieden. Hier allerdings mit einer Dicke von 3,2 mm um letztendlich etwas mehr Dämpfung zu generieren. Auf dem Rennrad hat mir bisher meist eine Dicke von 2,5 mm immer vollkommen ausgereicht.

Links zu den Herstellern: Ridley, Vittoria, Brooks, Lizard Skins

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