Welcher Sattel ist der richtige Sobald die Weichteile beim Radfahren schmerzen, kann dies sehr unangenehm sein. Zudem kann ein ungeeigneter Sattel durch falsche Belastung zu Durchblutungsstörungen und Taubheitsgefühlen im Intim und Sitzbereich führen, was den Fahrspaß erheblich beeinträchtigen kann.
Ursachen für Sitzbeschwerden
Bei den meisten Beschwerden im Bereich des Sattels spielen gleich mehrere Faktoren eine wichtige Rolle. Dazu gehören eine unangemessene Sattelhöhe, falsches Material, unzureichende Sattelhärte, nicht passende Sattelbreite und eine ungeeignete Sattelform.
Ein weiterer Aspekt liegt im anatomischen Unterschied zwischen Frauen und Männern, der ebenfalls dazu führen kann, dass ein Sattel sich unangenehm anfühlt. Aus diesem Grund bieten Fachgeschäfte spezielle Sättel für Frauen und Männer an. Für Männer gibt es zudem Modelle, die durch ihre spezielle Form bei Prostata-Beschwerden Linderung verschaffen sollen.
Auch der Fahrradtyp und der Verwendungszweck erfordern unterschiedliche Sättel. Rennradfahrer, Gravel-Biker und Mountainbiker haben andere Bedürfnisse als Stadtradler.
Der Gel-Sattel vom Discounter: Ein echtes Schnäppchen?
Gelegentlich findet man in großen Discountern Gelsättel zu einem unglaublichen Preis von unter 25 Euro, teilweise sogar noch günstiger. Viele Radfahrer glauben, dass ein Gelsattel oder generell ein weicher Sattel die beste Wahl für angenehmes Fahren ist, und so stürzen sich einige Käufer auf dieses vermeintlich unschlagbare Angebot.
Hat man den Sattel erfolgreich erworben, wird er natürlich umgehend montiert, besonders da am Wochenende eine lange Radtour mit Freunden ansteht. Doch nach der Tour folgt oft die enttäuschende Erkenntnis: In acht von zehn Fällen klagt man über Schmerzen im Gesäß, konnte keine angemessene Sitzposition finden, und die als freudig erwartete Tour bleibt negativ in Erinnerung. Der Spaß ist verflogen und viele überlegen gründlich, ob sie sich auf die nächste längere Radtour überhaupt noch einlassen wollen.
Doch warum konnte man sich während der Tour nicht wohlfühlen? Schließlich hat man das neue Rad, welches in einer höheren Preisklasse angesiedelt ist, mit einem zusätzlichen weichen Sattel ausgestattet, und das alles zu einem fantastischen Preis – um die Radtour so angenehm wie möglich zu gestalten.
Ein zu weicher Sattel ist in der Regel immer die falsche Entscheidung
Letztendlich sorgt der vermeintlich bequeme Sattel dafür, dass die Sitzknochen zu stark einsinken, was zur Überdruckbelastung von Weichteilen, Blutgefäßen und Nerven führen kann. Besonders auf längeren Strecken sind Wunden und Druckstellen häufig das Resultat einer falschen Druckverteilung. Oft kommt es zu Durchblutungsstörungen in bestimmten Bereichen.
Wunde Stellen entstehen häufig durch übermäßige Reibung und Bakterien, die sich im feuchten Milieu durch Schweiß und Wärme schnell vermehren können. Dies kann zu Entzündungen der gereizten Hautpartien führen, die sich in Form von Pickeln und Pusteln äußern. Im schlimmsten Fall können sogar Abszesse auftreten, die dann medizinisch behandelt werden müssen.
Beim Einsinken in einen weichen Sattel hat Fahrerin oder Fahrer eine größere Auflagefläche zum Sattel. Das fühlt sich kurzfristig ausgesprochen bequem an, ist aber auf Langstrecken nicht zu ertragen. Ein härterer Sattel verursacht einen stärkeren Druck auf eine kleinere Fläche, wodurch die umliegenden Bereiche ausreichend durchblutet werden. Wichtig ist dabei allerdings, dass Sattelform und Breite stimmen, da sonst der punktuelle Druck an der falschen Stelle entsteht und zu Schmerzen führen kann.
Am besten sind die Kontaktpunkte zu deinem Sattel deine beiden Sitzhöcker und sonst nichts. Deine Sitzhöcker kannst du am besten mit der Radhose polstern.
Wenn es sich nur um eine kurze Freizeitfahrt zum einkaufen in die Stadt oder dem Weg zur Arbeitsstätte mit einer Dauer unter einer Stunde handelt, ist der weiche Sattel sicherlich vorteilhafter. Die Geschwindigkeit ist meist nicht sehr hoch und man muss sich keine Sorgen machen das die Muskeln im Hüftbereich den Druck einer breiteren Auflagefläche nicht kompensieren können. Auf kurzen Strecken mag ein weicher Sattel ein Gefühl von Entspannung geben, auf längeren Strecken ist von einem weichen Sattel abzuraten.
Ich habe oben die Vorteile eines harten Sitzes erwähnt, aber das bedeutet nicht, dass harte Sättel für jeden geeignet sind. Der obige Inhalt basiert auf meinen Erfahrungen bei Langstreckenfahrten.
Ich empfehle allen Freunden- und Bekannten für den alltäglichen Gebrauch und Radtouren im normalen Umfang einen Brooks Sattel, da die Firma Brooks nach langjähriger eigener Erfahrung die besten Sättel für den Alltag anbietet. Ein Brooks Sattel ist bei richtiger Pflege eine Anschaffung fürs Leben, einmal eingesessen, will man nie wieder etwas anderes fahren. Es gibt diese Sättel in Leder oder Cambium Ausführung. Während ein Ledersattel etwas Pflegeintensiver ist und bei Regen mit einem wasserfesten Sattelüberzug geschützt werden sollte, besteht die Sitzfläche der Cambium Ausführung aus Naturkautschuk und trotzt jedem Wetter. Ein Sattel der Firma Brooks bietet durch die ergonomische Gestaltung und gute Druckverteilung eine angenehme Sitzposition, zumindest die Leder Ausführung will aber einige Kilometer eingefahren werden.
Link zum Hersteller: Brooks